Die Wahrheit der Fledermaus  

Nachtrag zur Diskussion 3.11.2014 

Wie so oft stößt der negierende philosophische Ansatz hier an seine Grenzen denn die Aussage das es keine Wahrheit gibt erhebt für sich selbst den Anspruch eine Wahrheit zu sein.

Es wäre auch eigentlich nicht schön jeden Morgen zu erwachen ohne das es bestimmte Wahrheiten gibt auf welche ich mich verlassen kann ohne die Welt erst von Grund auf neu erkunden zu müssen.

Aber zurück zur Fledermaus.

Alles hat ein „Innen“ und ein „Außen“. Dabei ist das „Außen“ nicht nur die Haut der Fledermaus sondern auch die inneren Organe, Zellen und Atome. Während man das „Außen“ also vermessen, sezieren, beobachten und damit reproduzierbare Wahrheiten erkennen kann, ist das mit dem „Innen“ nicht so einfach.

Das „Innen“ bezieht sich auf die Gefühle, Instinkte und Gedanken (keine Ahnung ob die Fledermaus welche hat).

„Das Innen der Dinge ist Tiefe, das Außen Oberfläche. Aber alle Oberflächen sind Oberflächen einer Tiefe, das heißt, alle Formen sind Formen des Bewusstseins.“
Ken Wilber, Eros, Kosmos, Logos

Eben hier liegt das Problem mit den Wahrheiten zum „Innen“. Sie sind weder messbar oder von anderen beobachtbar. Man kann ihnen nur durch Kommunikation und/oder Deutung näher kommen, bleibt dabei aber immer bei einer relativen Wahrheit.

„Oberflächen kann man sehen, während man Tiefen deuten muss.“

Ken Wilber, Eine kurze Geschichte des Kosmos

Es ist also wichtig auf was sich meine Fragestellung zur Wahrheit bezieht.

Frage ich zum Beispiel wer MH17 wirklich abschoss, gibt es auf jeden Fall eine Wahrheit, und nur eine. „Außen“.

Frage ich aber warum er dies tat bleibt mir nur die Deutung oder Interpretation. „Innen“.

 

Rico

 

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