Was ist Rechts-Links (politisch)

Und warum sie einer genaueren Betrachtung nicht standhalten. 


Unternimmt man den Versuch eine Definition für die politischen Lager „Links“ oder „Rechts“ zu finden stellt man fest das es keine gibt. Gleichwohl wird diese Trennung ständig zur Klassifizierung bis hin zur Diffamierung und somit zur Spaltung der Menschen genutzt. Daher hier ein kleiner Versuch zu ergründen was einen „Rechten“ oder „Linken“ ausmacht.
 Die Unterteilung in Rechte und Linke wird häufig zur Verallgemeinerung scheinbar konträrer Ansichten verschiedener Blickwinkeln auf Einzelthemen genutzt. Sie impliziert dabei die Existenz genereller und global gültiger Unterschiede in politischen Herangehens- und Betrachtungsweise. Häufig werden dabei im allgemeinen Verständnis die nachfolgend beschriebenen scheinbaren Gegensätze bezüglich der Organisation des Zusammenlebens von Menschen und Menschengruppen genutzt .
1.      Gleichheit vs. Hierarchie
Das Verständnis der „Linken“ bezüglich Gleichheit richtete sich gegen die Benachteiligungen bestimmter Bevölkerungsgruppen. Dies betraf zunächst die materiell schlechter gestellten Schichten, wurde später aber auch auf religiöse oder ethnische Minderheiten, Frauen, ältere Menschen, Behinderte, Homosexuelle und andere Bevölkerungsgruppen angewandt und generalisiert. Dabei wird übersehen das die Definition von Gleichheit als Wertung nur innerhalb eines selbst engen und geschaffenen Kontextes erfolgt.
Es reicht ein Blick zu meinem Nachbarn um festzustellen das wir nicht mal gleich aussehen. Betrachtet man die Menschheit einmal genau stelle man fest das sie keine generelle Gleichheit sondern eine Vielheit mit den gleichen Potentialen auf der gleichen Evolutionären Stufe ist. Diese gleichen Grundpotentiale entwickeln sich geprägt durch physikalische, biologische sowie gesellschaftliche und kulturelle Faktoren für jeden Menschen in verschieden Richtungen verschieden stark. Diese verschiedenen Ausprägungen stellen keine generelle Wertigkeit dar. Eine Wertung bezüglich Nützlichkeit findet immer nur innerhalb eines vorher festgelegten Bezugssystems, an Hand der aktuellen Notwendigkeiten statt.
Die „Rechte“ rechtfertigt die Notwendigkeit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Ungleichheit oder auch Hierarchie. Die Gründe dafür werden entweder in der Vielheit des Menschen (Begabung, Befähigung) gesehen oder auf gesellschaftliche Nützlichkeitserwägungen (Leistungsanreiz) zurückgeführt. Vernachlässigt wird dabei das die Vielheit der Menschen auf der gleichen Evolutionsstufe existiert und bei grundsätzlich gleichen Entwicklungspotentialen. Lediglich die Ausprägung verschiedener Fähigkeiten ist unterschiedlich. Die Nützlichkeitserwägungen müssen daher stets neu hinterfragt und Hierarchien entsprechend der aktuellen Ziele, mit den für deren Erreichung Fähigsten stets neu aufgebaut werden. Eine dauerhafte Hierarchie würde somit früher oder später gegen die zu Grunde liegenden Nützlichkeitserwägungen tendieren.
Die Fragestellung der Gleichheit vs. Hierarchie wird also bei RechtsLinks lediglich von verschiedenen Seiten, nur in Teilen beleuchtet und dann zur allgemeingültigen Ideal erhoben. Tatsächlich halten aber beide Lager diese in der täglichen Praxis nicht durch. So zeigt die „Linke“ zum Beispiel bei jeder Art von Organisation ihres Handels eine ausgeprägte Bildung von Hierarchien. Die sogenannte „Rechte“ speist hingegen ihre Kraft, sowie Bildung ihrer Hierarchien, anfangs immer aus der gleichen Vielheit ihrer Anhängerschaft.
2.      Progressiv vs. Konservativ
Die Einteilung in Progressiv und Konservativ müssen immer in einen Zeitlichen Kontext gesetzt werden. In jedem sich entwickelnden System sorgen, durch entstehende Konflikte, die progressive (treibenden) Kräfte für den notwendigen Antrieb zur Weiterentwicklung. Die konservativen (bewahrenden) Kräfte stellen die Gegenkraft dar, welche unkontrolliertes, wucherndes Wachstum verhindern.
Entwickelt ein System sich zu einer höheren Qualität weiter, werden die vormals treibenden Kräfte oft zu den bewahrenden des neuen Systems. Gleichzeitig können die vormals bewahrenden Kräfte die Konflikte innerhalb diese neuen Systems aufdecken und so zu den treibenden Kräften der weiteren Entwicklung werden.
Eine dauerhafte Zuordnung „Links“=progressiv und „Rechts“=konservativ ist daher nicht möglich, sondern maximal als Momentaufnahme innerhalb eines sich entwickelnden Systems zulässig.
Kommt es in einem System zu einem Übergewicht der progressiven oder konservativen Kräfte führt das im Falle der progressiven Kräfte zu einer wuchernden, zu schnellen Entwicklung. Die deutliche Übermacht der konservativen Kräfte hingegen führt zu Stagnation bis hin zum Siechtum des Systems.
3.      Internationalistisch vs. Nationalistisch
Genau genommen bezieht sich diese Unterteilung teilweise auf die bereits unter Punkt 1&2 erwähnten Punkte.
Legt man die Evolution der Menschlichen Gesellschaft (Teil der Evolution der Äußeren und Inneren kollektiven Entwicklung nach Ken Wilber; siehe Staat) zugrunde währe die Internationalistische Gesellschaft das Ziel progressiver Entwicklung der momentanen Staatengebilde. Außerdem impliziert sie wieder eine allgemeine Gleichheit aller Menschen, Völker, Staaten und Nationen. Beides ist wie bereits dargelegt nur eingeschränkt richtig beziehungsweise nutzbar.
Die momentan höchste Form der Organisation menschlichen Zusammenlebens ist der Staat. Dieser kommt in verschiedenen Ausführungen von Monarchien, Diktaturen bis Demokratien gleichzeitig vor. Sie entwickelten sich jeweils entsprechen der ihnen inne wohnenden kulturellen Gruppen und haben in keinem System bereits die Möglichkeiten des Staates voll ausgeschöpft.
Internationalistische Herangehensweisen sind als treibende Kräfte für eine Integration von Staaten zu einer höheren Form des Zusammenlebens wichtig, können aber nie ohne die bewahrenden nationalen Kräfte agieren. Andererseits würde der alleinige nationalistische Ansatz zu Stagnation und Isolation führen. Ebenfalls problematisch ist der meist noch starre hierarchische Aufbau innerhalb der meisten Nationalstaaten, welcher noch überwunden werden muss. (siehe Punkt1)

Wie wir sehen war mir eine Definition generell gültiger „Rechter“ oder „Linker“ politischer Ansichten nicht möglich. Es zeigte sich das bei beiden immer nur verschiedene Blickwinkel auf Teilbereiche der Probleme zur Anwendung kommen. Damit kann die Einteilung in die beiden politischen Lager nur einer propagandistische Spaltung der Menschen, anhand von Sichtweisen auf Einzelthemen sein.

Ein Teibereich welcher sich aus den ersten drei betrachteten ergibt und oft für die Trennung in „rechte“ und „linke“ Ansichten genutzt wird ist das Thema Asyl. Wärend „Linke“ oft bezugnehmend auf die Gleichheit und Internationalistische Betrachtung das Thema ohne Einschränkungen bejahen, werden zurückhaltendere Ansichten als „rechts“ bezeichnet. Übersehen wird dabei von der „Linken“ das die übermäßige Aufnahme von Menschen anderer kultureller, sprachlicher und relegiöser Hintergründe zur Schaffung von nicht integrierbaren Gruppen innerhalb eines Staates führen kann. (siehe Ausführung zum Staat. Ein Holon höherer Ordnung entsteht durch Integration niederer Holone und emmergiert so zu seiner höheren Form. Dies kann nur bei erfolgreicher Integration ähnlicher niederer Holone erfolgen.) Diese Gruppen können bei Überschreitung einer kritischen Masse zur Zerstörung des Staates als Organisationsform führen. Die sogenannten „rechten“ Kräfte dinen daher als bewahrende Kräfte.
Andererseits würde die vollständige Ablehnung des Thema's Asyl, besonders bei Kriegsflüchtlingen, gegen die meist humanistischen kulturellen Grundwerte der Menschen und Menschengruppen welche die Grundlage für die Bildung der entsprechenden Staaten bilden verstoßen. Sie würden sich daher auf Dauer ihre Grundlage entziehen. Außerdem birgt dieser Verlust an humanistischen kollektiven Konsens die Gefahr sich aktiv gegen Teile von sich selbst oder andere zu richten. (3.Reich)

Rico


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