Wird Donald Trump der erste amerikanische Präsident seit dem 2.Weltkrieg welcher einen Flugzeugträger im Einsatz verliert?


Betrachten wir die sich gegenwärtig zuspitzende Situation in Nordkorea kann einem durchaus Angst und Bange werden. Dieser Text soll daher ein mögliches Eskalationsszenario aufzeigen welches durch  unüberlegte amerikanische Reaktionen  durchaus möglich wäre und die Welt in die Abgründe einer atomaren Auseinandersetzung zu stürzen in der Lage ist.


Auf Grund der zunehmend aggressiveren Rhetorik der US-Führung, sowie der Entsendung des Flugzeugträgerverbandes um die USS Carl Vinson, befürchte ich durchaus eine amerikanische Militäraktion der üblichen Art gegen Teile der Nordkoreanischen Infrastruktur des Atomprogramms. Diese wird wahrscheinlich nach dem US-0-8-15-Standardvorgenen ablaufen, da die Amerikaner sich einem militärtechnisch veralteten, deutlich schwächeren Gegner gegenüber wähnen.


1.       Ausschalten der Nordkoreanischen Luftverteidigung durch Marschflugkörper und Flugzeuge.

2.       Angriff bekannter Anlagen der Nordkoreaner welche zu ihrem Atomprogramm zählen.

3.       Brüsten mit dem „großen Sieg“ über den bösen Feind.


Schauen wir uns daher die Nordkoreanischen Möglichkeiten einer Reaktion auf einen US-Angriff einmal an.

Die Koreanische Volksarmee (KVA) ist mit 1,3 Millionen aktiven Soldaten eine der zahlenmäßig größten Armeen der Welt. Zusätzlich verfügt sie über mehr als 4 Millionen Reservisten. Diese hohen Zahlen spielen aber für einen zu erwartenden begrenzten amerikanischen Luftschlag ohne Bodenangriff keine Rolle. Für die Reaktionsmöglichkeiten auf einen solchen Angriff ist die technische Ausrüstung entscheidend. Hierzu ist festzustellen, dass die KVA trotz ihrer enormen zahlenmäßigen Stärke zu den am schlechtesten ausgerüsteten Armeen der Welt gehört. Der Grund dafür liegt in der außergewöhnlich isolierten wirtschaftlichen Lage des Landes. Außerdem ist der Import von Rüstungsgütern ist durch internationale Embargos so gut wie unmöglich geworden. Die Ausrüstung der Koreanischen Volksarmee basiert daher zum größten Teil auf sowjetischem/russischem und chinesischem Material, das weiterentwickelt bzw. als Grundlage eigener Entwürfe verwendet wurde. Die Hauptwaffensysteme Nordkoreas (PanzerFlugzeuge und Artillerie) befinden sich in wesentlichen Teilen technisch etwa auf dem Stand der 1960er und 1970er Jahre. Außerdem sind Artillerie und Panzer zur Abwehr eines Luftschlages der Amerikaner nicht in der Lage und mit ihrer Konzentrierung an der Grenze zu Südkorea wahrscheinlich sowieso eher für einen eventuellen Vergeltungsschlag Nordkoreas gedacht. Sie würden in diesem Szenario, bis zu ihrem Ausschalten durch südkoreanische und amerikanische Fliegerkräfte, mit Sicherheit für erhebliche Opfer, in der 50km von der Grenze liegenden, Hauptstadt Seoul sorgen.

   

Die zur Abwehr eines amerikanischen Luftschlags notwendigen Luftabwehrsysteme bestehen hauptsächlich aus S-75 Flugabwehrraketenkomplexen welche zwar wirkungsvoll sein können, aber heute durch elektronische Täuschung der Amerikaner leicht zu verwirren sind. Hinzu kommt das diese Komplexe nur je zur Bekämpfung eines Zieles  mit maximal 3 Raketen in der Lage sind und ein neues Ziel erst nach Beendigung dieser Aktion bekämpfen können.


Auch die nordkoreanischen Flugzeuge sind technisch heute nicht mehr in der Lage angreifende amerikanische Flieger wirkungsvoll zu bekämpfen oder aufzuhalten. MIG17, MIG19 sowie MIG21 würden durch F14 und F18 innerhalb kürzester Zeit vom Himmel geholt werden. Die MIG23 sowie MIG29 der Nordkoreaner hätten zwar die Möglichkeit, bei sehr gutem Ausbildungsstand seiner Piloten, den einen oder anderen Achtungserfolg im Luftkampf zu erzielen, ein vollständiges Aufhalten der amerikanischer Angreifer ist aber sehr unwahrscheinlich.


Diese aufgezeigte Schwäche der nordkoreanischen Luftverteidigung könnte unsere „amerikanischen Freunde“ in ihrer endlosen Überheblichkeit daher zu dem hier durchgespielten Luftschlag verleiten. Sie vergessen dabei allerdings, dass der große militärische Vorteil ihrer Wunderwaffe Flugzeugträger, durch seine Beweglichkeit an jedem Ort der Welt Angriffsterror verbreiten zu können, einen wunden Punkt beinhaltet. Diese Flugzeugträger  stellen für eine Gegenreaktion der Verteidiger ein lohnenswertes Punktziel dar. Vorausgesetzt das die nordkoreanische Armee sich nicht wie die irakische beim ersten Anzeichen eines Angriffs aufzulösen beginnt, sondern das Soldaten und Offiziere der KVA ideell hinter ihrem System stehen, ist von ihnen mit vollkommen unerwarteten Gegenreaktionen zu rechnen. Ein bei einem solchen Angriffseinsatz versenkter amerikanischer Flugzeugträger wäre daher eines der größtmöglichen Erfolge für eine sich verteidigende Armee.

  

Die Optionen für einen derartigen Gegenangriff sind allerdings, wie bereits für die Luftverteidigung ausgeführt, von technischer Seite sehr begrenzt. Es ist nicht anzunehmen, dass ein nordkoreanisches Flugzeug auch nur in die Nähe des amerikanischen Flugzeugträgerverbandes gelangen könnte. Auch die nordkoreanischen Überwassermarineverbände sind kaum in der Lage einen Angriff in dieser Richtung zu führen. Selbst die Fortschritte der Nordkoreaner bei der Entwicklung ihres Raketenprogramms sollten ihnen für einen solchen Angriff nicht helfen, da amerikanische Flugzeugträgerverbände stets Begleitschiffe beinhalten welche auf das Abfangen herkömmlicher Raketenangriffe spezialisiert sind.


Da also, wie gezeigt, ein konventioneller Angriff kaum möglich scheint bleiben die Atomwaffen der KVA. Allerdings ist dabei die Frage des Angriffsvehikels, welches diese Waffe in ihr Ziel bringt, die gleiche wie vorher.  Es ist außerdem anzunehmen, dass die nordkoreanischen Atombomben für einen Raketengefechtskopf noch nicht die notwendige Stufe der Verkleinerung erreicht haben.


Ich gehe daher davon aus das ein nordkoreanischer Gegenangriff auf den amerikanischen Flugzeugträgerverband mittels einer von einem U-Boot ins Ziel gebrachten Atombombe stattfinden würde. Diese haben auf jeden Fall den nötigen Platz eine solche aufzunehmen. Da aber zu den Begleiteinheiten eines solchen Verbandes stets auch ein amerikanisches Jagt-U-Boot  zur Verhütung von Unterwasserangriffen zählt, ist davon auszugehen, dass die Nordkoreaner eines ihrer, viel schwerer aufzuspürenden, Mini-U-Boote nutzen. Eine mit einem solchen in die Näher des Verbandes gebrachten und unter Wasser gezündeten Atombombe würde durch ihre primäre als auch, durch Reflexion am Meeresboden entstehende, sekundäre Druckwelle massiven Schaden anrichten.


Gleiches wäre, ähnlich den japanischen Plänen im 2.Weltkrieg, auch als Gegenangriff  auf die amerikanische Westküste denkbar. Eine Atombombe unter Wasser, vor der Küste von Los Angeles oder San Francisco hätte eine verheerende  Wirkung und sogar das Potential große Teile der amerikanischen Pazifikflotte außer Gefecht zu setzen. Wie sähe wohl in einem solchen Fall die amerikanische Reaktion aus? Atomraketen auf Nordkorea welches zwischen Russland und China liegt? Würden die das einfach so hinnehmen?


              

Wir sehen also, dass das Spiel Präsident Trumps mit dem vermeintlich schwachen Gegner Nordkorea durchaus ein Spiel mit dem Feuer sein kann. Millionen Tote bis hin zum 3.Weltkrieg können letztlich die Folge sein. Ein leichtfertiges und dümmliches getwittertes: «Nordkorea sucht Probleme. Wenn China sich entscheidet, uns zu helfen, wäre das großartig. Falls nicht, werden wir das Problem selber lösen. U.S.A.» hat das Potential die Welt in ein Inferno eines Krieges zu stürzen.

 

 

 

 

 

 Besucher seit 06.11.2014

 

366021